Autark im Wohnmobil: Dein Vanlife Krisen- und Notfallplan


Wohnmobil Autark Guide

- CamperClan Ratgeber Special - 

Autark im Wohnmobil: Dein Vanlife Krisen- und Notfallplan

Im Wohnmobil leben und auf Notfälle und Krisen vorbereitet sein?
Hier sind Tipps, wie du möglichst lange frei stehen kannst. 

Wir haben für dich eine Reihe von Tipps zusammengetragen, die dir helfen sollen, im Falle einer Krise besser zurechtzukommen. Sicher ​ist die Liste der genannten Punkte nicht vollständig, aber sie soll​te dir zumindest Ansätze zur Optimierung deiner Gewohnheiten und Vorbereitung ​bieten. Hast du ggf. ein Thema, was dir hier fehlt was wir auf jeden Fall ergänzen sollten? Dann schreib es uns gern unten in die Kommentare. 

1) Strom sparen

Der einfachste Weg, länger mit deinem Strom auszukommen ist, weniger Strom zu verbrauchen. Bei genauerem Hinsehen ergeben sich oft noch gute Einsparmöglichkeiten, die dir einige Stunden oder sogar Tage ​verschaffen können.

Lebe im Takt der Natur

Gerade den "Stadtkindern" steckt es ​bisweilen im Blut, die Nacht zum Tage zu machen. ​Nur allzu verlockend​ ist es, in der Nacht noch Arbeit zu erledigen oder zu lesen. ​Womit man sich die Zeit auch vertreibt, man ist auf künstliches Licht und damit extra Strom angewiesen. Etwas mehr im Rhythmus der Natur zu leben und Aktivitäten vorzugsweise in den Tag zu verlegen, ist ein einfacher Weg, hier den Stromverbrauch zu reduzieren.

100% LEDs statt stromhungriger Glühbirnen

Gerade wenn du deinen Bus nicht komplett selbst ausgebaut hast, lohnt ​sich ein genaueres Hinschauen. In Wohnmobilen, die nicht der neusten Generation angehören, sind oft noch einfache Glühbirnen oder kleine Leuchtstoffröhren verbaut. Diese solltest du schleunigst gegen stromsparende LED-Leuchten austauschen.  Zusätzlich sind LEDs tendenziell deutlich langlebiger.

Besserer Wechselrichter / Inverter

​Viele Geräte benöti​gen 230V-Strom wie aus der häuslichen Steckdose, statt de​r 12​V oder 24​V aus deiner Wohnmobil-Batterie. ​Um deinen Laptop aufzuladen oder ein Küchengerät zu betreiben, ist der einfachste Weg so ein Wechselrichter für Strom wie aus der Steckdose.

Inverter ist aber nicht gleich Inverter. Oft wird aus Kostengründen in Geräte investiert, die wesentlich günstiger sind als die teureren Markenprodukte und zudem eine höhere Leistung zu haben scheinen. Problematisch sind diese Geräte jedoch in zweierlei Hinsicht: a) die Leistung ​dieser Geräte wirst du oft gar nicht benötigen (z.B. 1.000 oder sogar 2.000 Watt) oder b) der Wirkungsgrad ist erbärmlich. 

Wenn wir davon ausgehen, dass du nicht gerade Mixer, Föhn oder Mikrowelle im Bus betreiben möchtest, bist du deutlich besser mit einem Inverter beraten, der deinem tatsächlichen Stromverbrauch entspricht​. Ich selbst setze z.B. nur einen Inverter mit bis zu 375 Watt ein. ​​Mit diesem kann ich benötigte Akkus meine​s Laptop und Co. ​laden und ​h​abe einen guten Wirkungsgrad. Das bedeutet, weniger Energie wird in unnötige Abwärme verpulvert. 

2) Mehr Strom ERZEUGEn

Erweitere deine Solaranlage: zusätzliche Solarzellen = Mehr Strom

Sofern noch nicht vorhanden, solltest du eine Solaranlage in deinem Bus verbauen. Die​ kann am besten gar nicht groß genug sein, um deinen Strombedarf zu decken. An Solarzellen gibt es verschiedene Modelle und Größen. Was du tatsächlich auf deinem Dach unterbringen kannst, ​​hängt von Dachform sowie ​generelle​r Größe deines Busses ab​.

Wenn du so wie ich mit einem Solarpanel auf dem Dach gestartet bist, kannst du vielleicht noch ein Zweites ergänzen. So kannst du den generierten Solarertrag einfach erhöhen. Mehr Solarfläche bedeutet: Du hast den Verbrauch z.B. über Nacht schneller wieder ausgeglichen oder auch noch einen Puffer, wenn die Sonne mal nicht so intensiv scheint.

Tipp an dieser Stelle: Verschattung oder Verschmutzung mach​t deinen Solarertrag zunichte. ​Um die maximale Sonnenausbeute zu generieren, finde den idealen Stellplatz, an dem du möglichst lange einen guten Einstrahlwinkel auf deine Solarpaneele hast. Auch solltest du regelmäßig einen Blick auf dein Dach werfen. Blätter oder schlicht Staub und Dreck mindern den Stromertrag ebenfalls. 


Mehr Power durch Solar-Koffer bzw. Mobiles SOlARPANEel

Als Addon zur fest verbauten Solaranlage bietet sich ggf. noch ein zusätzliches, mobiles Solarpanel an. Dieses muss nicht einmal besonders groß sein. Denn: durch den flexiblen Aufbau kannst du es jederzeit im perfekten Winkel zur Sonne ausrichten. Dies erhöht den Wirkungsgrad auf ein Maximum. 

Beispiel für ein kleines, faltbares Solarmodul mit 80 Watt Leistung. Inklusive Anschlusskabel und ​passende​m Solarregler.

Windturbine

Wenn die Sonne nicht scheint, lässt sich ggf. der Wind zur Stromerzeugung nutzen. Eine für Wohnmobile noch häufig weniger beachtete, aber interessante Form der Stromerzeugung ist auch die eigene Windturbine. Auch wenn eine fest installierte Solarzelle einfacher in der Handhabung ist, besitzt auch die kleine Windkraftanlage für das Wohnmobil seinen Reiz. Wichtig bei Aufstellung ​und Nutzung ist hier natürlich der Standort. Während Solar geräuschlos und überall nutzbar ist, benötigt das Windkraftrad schon etwas Aufwand für das Aufbauen und ​Absichern. ​Auch berichten Camper über den schlechten Wirkungsgrad bei geringem Wind. Es ​braucht schon eine gute Brise, ehe tatsächlich spürbar Strom erzeugt wird. 

MOBILE BENZIN- UND DIESELGENERATOREN

Ein Klassiker der Stromerzeugung sind auch mobile Stromgeneratoren, die es in ziemlich kompakten Bauformen gibt. Ihr Vorteil ist, dass Kraftstoff eine hohe Energiedichte und damit langen Betrieb gewährleistet, ​zudem an einigen Orten eher ​zu bekommen ist​ als Strom aus der Leitung und du natürlich im Notfall Kraftstoff zum Nachfüllen im Fahrzeug-Tank hast. Zudem lassen sich die Geräte flexibel an unterschiedlichen Orten einsetzen. Die Nachteile sind, dass der Kraftstoff natürlich nicht regenerativ ist und nachgefüllt werden muss, sowie ​die entstehende Abgas- ​und Geräuschentwicklung. Du möchtest also einen Generator nicht im Van selbst betreiben.

Brennstoffzellen (Methanol)

Die Brennstoffzelle: Definitiv eher ​aus dem High-End-Segment, aber dennoch interessant für Camper, die ihren Van autark machen wollen. Brennstoffzellen erzeugen sehr effizient und konstant Energie. ​​​Gemeinsam mit Solarzellen ​verbaut, machen sie ​von externem Strom ​nahezu unabhängig. Zu beachten ist hier jedoch: Der Preis für eine Brennstoffzelle im Wohnmobil ist nicht gerade niedrig. Je nach Ausführung und Leistungsklasse bist du mit gut 1.000 EUR dabei.

Wohnmobil-Batterie Vergrößern 

Wenn du deinen eigenen Strom produzierst, solltest du ihn nicht verschwenden, indem du ihn ungenutzt verpuffen lässt. Mit mehr Speicherkapazität sorgst du für Zeiten vor, in denen es mit der Stromproduktion nicht so gut klappt oder du mehr Strom benötigst, als du gerade generierst.

3) Kraftstoffreserven im Bus erweitern

Zusatzkanister – Wie viel darf man mitführen und lagern?

Wenn du Kraftstoff in einem geeigneten, luftdichten und bruchsichere​n Extrakanister mitführen möchtest, ​dürfen ​es bis zu 60 Liter ​sein. Der ADAC rät aufgrund der Gefahr bei Unfällen übrigens davon ab, mehr als 10 Liter Kraftstoff extra ​dabei zu haben. Allerdings kann ein Extravorrat bei wirklichen Outdoor-Trips die Rettung sein, du musst also abwägen. 

In dafür geeigneten Räumen darfst du bis zu 20 Liter Benzin oder bis zu 200 Liter Diesel lagern. Achtung, diese Grenzen gelten für alle Bewohner eines Gebäudes zusammen.   

Zusatztanks

Generell ist es möglich, dein Wohnmobil mit einem Zweittank auszurüsten. Dieser kann klein sein, aber auch 100 Liter und mehr umfassen. ​Beachte: ein Zweittank muss sachgerecht eingebaut und abgenommen werden. Auch den zusätzlichen Platzbedarf und das ​Extra-Gewicht solltest du nicht unterschätzen und daher abwägen, wie viel Reserve einen echten Nutzen für dich hat.  

Wie lange sind Benzin und Diesel haltbar?

Sofern Benzin oder Diesel absolut luftdicht gelagert werden können, ​sind sie theoretisch auch nach 20 Jahren noch verwendbar. Die Haltbarkeit hängt allerdings sehr von den Bedingungen der Lagerung ab. Im Tank sollte Diesel z. B. nicht länger als 2 bis 3 Jahre gelagert werden, laut einiger Quellen ist der Verbrauch nach bis zu 6 Monaten empfehlenswert. Auch bei Benzin setzen im Tank nach einigen Monaten erste  Verdampfungen und nachteilige Veränderungen bezüglich der beigemischten Zusatzstoffe ein.

4) Trinkwasser lagern und Genießbar machen

Wenn du nur selten die Möglichkeit ​zum Einkaufen hast, ist ​der Vorrat an gewissen Reserven ​umso wichtiger. Neben den klassischen 1,5L-Wasserflaschen ​​sind größere 5L-Kanister ​häufig ​​​eher geeignet​ - da weniger Verpackung, weniger ungenutzte Zwischenräume und, aus dem gut sortierten Supermarkt bezogen, oft ​mit besserem Preis-Leistungsverhältnis.

Besser als jede Art von Plastikflaschen ​​wäre ein richtiger Wassertank oder zumindest größere Kanister. Hier gilt aber besondere Vorsicht hinsichtlich der Hygiene. Während du dein Wasser problemlos zum Abspülen deines Geschirrs oder zum Händewaschen verwenden kannst, solltest du es ggf. trotzdem nicht als Trinkwasser verwenden. Ohne Hilfsmittel ist es längerfristig schwierig, das Wasser in "Trinkwasserqualität" zu halten. Abhängig von der Wassertemperatur vermehren sich früher oder später Algen und es bilden sich schmierige Ablagerungen und sonstiges im gelagertem Wasser. 

Um nun also das Wasser aus deinem Tank genießbar zu machen, kannst du z.B. auf Mittel wie von Micropur zurückgreifen. Ein solches Präparat entfernt die angesprochenen Algen- und Bakterienbeläge von den Innenwänden deines Tanks sowie aus Leitungen, Armaturen und Pumpen.

Zusätzlich gibt es eine Reihe von Einfülll-Filtern. Es wird also direkt beim Befüllen des Tanks ein Durchlauffilter eingesetzt. Das einströmende Wasser wird so direkt durchgefiltert und je nach Filterausführung von weiteren Schadstoffen befreit.

5) Haltbare Lebensmittel im Van

Welche formen von haltbaren Lebensmitteln gibt es?

Ansehen: Checkliste für Lebensmittel-Grundsortiment

Diese Standard-Lebensmittel halten sich gut für längere Zeit im Wohnmobil und sind unkompliziert zuzubereiten.

Grundnahrungsmittel

  • Pasta
  • Reis
  • Buchweizen
  • Eingeschweißtes Vollkornbrot

Frühstück & Brotzeit

  • Müsli
  • Honig
  • Marmelade (ungeöffnet)
  • Nüsse
  • Zwieback
  • Kaffee
  • Tee (Früchte / Kräuter / Grüntee)
  • H-Milch

Gläser und Dosen

  • Dosentomaten
  • Tomatensoße
  • Ravioli / Tortellini
  • Doseneintopf
  • Gemüsebrühe
  • Brotaufstriche
  • Pesto
  • Thunfisch
  • Reis
  • Buchweizen
  • Eingeschweißtes Vollkornbrot
  • Kekse

Würzen

  • Salz, Pfeffer, Chili
  • Paprikapulver & Curry 
  • Zucker
  • Rosmarin & Oregano
  • Essig und Öl
  • Gemüsebrühe
  • Senf

Getränke

  • Wasser
  • Tee
  • Instant-Kaffee
  • Ggf. Säfte

Nahrung aufbewahren und verstauen

Alle freien Zwischenräume bedeuten Platz, ​der für die Lagerung von Nahrung​ verloren geht. ​​Für optimale Haltbarkeit sollten deine Lagerbehälter ​vor Feuchtigkeit schützen und bestenfalls ​​ganz luftdicht verschließbar ​sein. ​​​Auch sollten sie sich ​leicht öffnen und wieder verschließen lassen. Sofern deine Vorräte nicht schon abgepackt sind, lohnt es sich, dir ein Vorratssystem zu überlegen, das eine sinnvolle Portionierung erlaubt und gleichzeitig möglichst viel Raum ausnutzt. Je nach Lagersituation sind also meistens eckige Behältnisse effektiver als zylindrische.

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