Winter Vanlife: Im Auto/Wohnmobil schlafen ohne Heizung


Kann man im Winter bei Minusgraden im Auto bzw. Wohnmobil schlafen? Mit der richtigen Ausrüstung bestimmt.

Als ich nach dem Buskauf das erste Mal unterwegs war, wurde es Nachts schon recht kühl. Für Ende Januar war es mit rund 5 Grad in der Nacht „relativ“ mild. Später standen weitere Übernachtung im Februar an. Damals hatten wir Temperaturen von minus 5 bis minus 15 Grad. Das Winter-Wochenende war also frisch. Da ich damals noch keine Heizung in meinem Wohnmobil in spe hatte, versuchte ich mich entsprechend darauf vorzubereiten.

DER PASSENDE SCHLAFSACK

Die Basisausrüstung ist ein guter Schlafsack. Ggf. kann auch auf dicke Decken zurückgegriffen werden. Doch gerade, wenn es richtig kalt ist, punktet der Schlafsack durch die geschlossene Form. Beim Schlafsack sollte auf eine gute Passform geachtet werden. Ist er zu groß, muss ein unnötig großes Luftvolumen erwärmt werden. Am Fußende sollte gleichzeitig genügend Platz sein, damit die Füße nicht gegen das Ende des Schlafsacks stoßen. Auch wenn es inzwischen die unterschiedlichsten Kunstfasern gibt, schwören Wintersportler auf Naturdaunen. Jeder der Materialien hat seine Vor- und Nachteile. Ich selbst besitze einen Schlafsack mit pflegeleichter Kunstfaserisolierung.

Bzgl. der Passform gibt es inzwischen auch spezielle Modelle für Männer und Frauen mit unterschiedlichen Schnitten. Generell sollte der Schlafsack für das Übernachten im Auto zwar nicht zu groß sein, doch einengen soll er ebenfalls nicht. Auf gute Kordelzüge ist zu achten. Mithilfe dieser lässt sich der obere Einstieg auf eine minimale Öffnung reduzieren. So ist die Atmung gewährleistet und gleichzeitig der Verlust der Körperwärme über den Kopf vermindert.

IM WINTER IM AUTO SCHLAFEN: MIT THERMOUNTERWÄSCHE GEHT´S

Neben dem Schlafsack ist die richtige Kleidung ein entscheidender Faktor. Das Übernachten trotz Minusgraden wird gleich viel angenehmer mit passender Thermounterwäsche. Die Funktionsunterwäsche die auch bei diversen Wintersportarten zum Einsatz kommt, ist eng anliegend und besitzt lange Ärmel und Beine. Die Funktionskleidungsstücke transportieren Feuchtigkeit vom Körper weg und sorgen so für ein angenehmes Klima. Eine gute Ergänzung sind Fleece- oder Wollsocken sowie eine Mütze. Ob auf auch hier auf Kunst- oder Naturfasern zurückgegriffen wird, ist Geschmacksache. Bei der Mütze sollte auf gute Passform und wenig „Schnörkel“ geachtet werden. Dicke Bommel oder sonstige Extras machen das darauf liegen, im Zweifel recht unangenehm. 

FEUCHTIGKEIT IN DER LUFT

Jeder Mensch gibt über die Atemluft Feuchtigkeit an seine Umgebung ab. Je nach Aktivität schwankt der Wert. Wenn wir von rund 500ml pro Nacht ausgehen könnte das schon in etwa stimmen. Im Sommer kann die Luft bei höheren Temperaturen mehr Feuchtigkeit aufnehmen als im Winter. Der Anteil an Wasser, welcher bei gleicher relativer Luftfeuchtigkeit aufgenommen werden kann, ist bei 0 oder sogar Minusgraden nur noch ein Bruchteil des Wertes im Sommer. Mit einer gewissen Isolierung im Wohnmobil sind die Fenster die kältesten Stellen. Dort wird diese Feuchtigkeit kondensieren. Daher wird man morgens vermutlich Eis von innen an den Scheiben haben. Um dieser Tatsache zumindest etwas vorzubeugen, kann für minimal frische Luft gesorgt werden.

In meinem Fall erfüllt meine Deckenluke diese Aufgabe. Diese besitzt eine sogenannten Zwangsentlüftung. Sehr kleine Öffnungen sorgen auch im geschlossenen Zustand für eine minimale Belüftung. Da mein alter Bus auch sowieso nicht 100% dicht ist, zieht es auch hier und dort etwas (z.B. an Stellen der Hecktüren). Daher sollte sich die Problematik mit der Feuchtigkeit in Grenzen halten.

VORBEREITUNGEN VOR DEM SCHLAFEN

So trivial es klingt: Vor dem Übernachten im Auto/Wohnmobil noch einmal auf Klo gehen. Gerade im Winter gibt es nichts Unangenehmeres als morgens oder sogar noch Nachts auf die Toilette zu müssen. Wenn keinerlei Heizung vorhanden ist, werden Getränke und Wasservorräte im Zweifel morgens gefroren sein. Es empfiehlt sich daher zumindest eine kleine Wasserflasche in unmittelbarer Körpernähe zu deponieren. Bei Durst oder dem morgendlichen Zähneputzen steht dann zumindest ein Schluck Wasser zur Verfügung.

Wenn immerhin ein Kocher im Bus dabei ist, kann man sich vor dem Schlafengehen noch eine Wärmflasche machen. Um so gemütlicher wird das Einschlafen. Kalte Füße die einen davon abhalten können haben dann ebenfalls keine Chance. Hast du auch schon einmal im Winter im Auto/Wohnmobil ohne Heizung geschlafen? Wenn du noch Tipps kennst, die hier fehlen, freue ich, mich über dein Kommentar zur Ergänzung dieser Übersicht.

Dein Arne